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Oktober 2017 - "WARUM HADAMAR?"

Studienfahrt zur Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen 
„Euthanasie“-Verbrechen

Unter dieser Überschrift stand die Studienfahrt in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Rhein-Hunsrück-Nahe zur Gedenkstätte HADAMAR. Die Gedenkstätte in dem hessischen Ort Hadamar erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasieverbrechen. Zwischen 1941 und 1945 wurden hier rund 15.000 Menschen mit Behinderung ermordet.

Zwanzig Menschen mit und ohne Beeinträchtigung nahmen an der dreiteiligen inklusiven Veranstaltung teil. Im Vorfeld der Fahrt fand ein Vortreffen statt, um erste Informationen zur Gedenkstätte, der Ausstellung und dem, was die Gruppe dort erwarten würde, zu erlangen. Zudem fand ein Austausch über die persönliche Motivation, an dieser Studienfahrt teilzunehmen, statt. Eine der Teilnehmerinnen formulierte es im Anschluss an das Vortreffen so: „Wir müssen selbst zu Zeitzeugen dieser schrecklichen Verbrechen werden.“

In Hadamar selbst konnte die Gruppe den Weg der Patientinnen und Patienten nachgehen: Von der Ankunft in der verschlossenen Busgarage über das Hauptgebäude, wo die späteren Opfer sich zu entkleiden hatten und einem Arzt vorgestellt wurden, der dann anhand der mitgeschickten Patientenakten eine angeblich natürliche Todesursache für die später auszustellende Sterbeurkunde festlegte. Anschließend wurden alle Patientinnen und Patienten von Schwestern und Pflegern in die Gaskammer im Keller geführt. Die Leichen wurden sofort eingeäschert bzw. einem Teil der Toten wurde zu medizinischen Forschungszwecken im Sezierraum das Gehirn entnommen. Die Angehörigen erhielten einen sogenannten „Trostbrief“, der sie über das plötzliche Ableben informierte. Der angeblich krankheitsbedingte Tod wurde als „Erlösung“ bezeichnet. 

Insgesamt gab es im damaligen Deutschen Reich sechs solcher Vernichtungslager in denen überwiegend behinderte Menschen aus dem gesamten Reich in Bustransporten gebracht wurden. Fast 200.000 Kinder, Frauen und Männer fanden so den Tod. 

Die Frage nach den eigenen Gefühlen und Eindrücken in Hadamar, aber auch nach dem, was aus der Geschichte und den Verbrechen des Nationalsozialismus für unsere heutige Zeit gelernt werden muss, stand im Fokus des Nachtreffens der Gruppe. Mit einem Impulstext zur Inschrift der Gedenkstele auf dem Friedhof in Hadamar endete die Veranstaltung. Auf der Stele ist in Großbuchstaben der Satz eingemeißelt: MENSCH ACHTE DEN MENSCHEN.