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Portraitfoto von Markus Igel

Leben mit Assistenz

Wir als Projekt inklusiv leben lernen solidarisieren uns mit Markus Igel

Leben mit Assistenz ermöglicht Menschen mit Behinderung das Recht selbstbestimmt zu leben und zu arbeiten

Wir als Projekt inklusiv leben lernen solidarisieren uns mit Markus Igel

Markus Igel engagiert sich derzeit für sein Recht, mit gleichen Wahlmöglichkeiten wie andere Menschen in der Gesellschaft zu leben. Dies ist im Artikel 19 der UN-Behindertenrechtskonvention klar formuliert und somit auch geltendes Recht in Deutschland. Die 2006 verabschiedete UN-Behindertenrechtskonvention, die 2009 in Deutschland ratifizierte wurde, konkretisiert die allgemeinen Menschenrechte für Menschen mit Behinderung. 

Wir als Projekt inklusiv leben lernen erklären uns solidarisch mit unserem Kollegen Markus Igel und seinem Einsatz für ein selbstbestimmtes Leben als Mensch mit Behinderung und seinen Forderungen für eine bedarfsdeckende Finanzierung seiner persönlichen Assistenz nach tariflich vereinbarter Vergütung.

Hintergrundinformationen zum Leben mit Assistenz

Persönliche Assistenz gehört zu den vielfältigen Unterstützungsleistungen für Menschen mit Behinderung in Deutschland. Die Idee der Persönlichen Assistenz und das sog. „Arbeitgebermodell“ ist als Teil der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung in den 60er Jahren entstanden. Menschen mit Behinderung stellen ihre Assistent*innen selbst ein, arbeiten sie ein und übernehmen einen Teil der Verwaltungsarbeit. Somit übernehmen Menschen mit Behinderung grundlegende Kompetenzen für ihre Assistenz: Raum-, Personal-, Finanz-, Anleitungs- und Organisationskompetenz. Alternativ können auch Dienste die Organisation der Assistenz übernehmen. Das Arbeitgebermodell ist eine Alternative zu herkömmlichen Betreuungsformen, wie z.B. das Wohnheim für Menschen mit Behinderung. 

Persönliche Assistenz ermöglicht eine unabhängige gleichberechtigte Teilhabe und Teilgabe in allen Lebensbereichen. Was für Menschen ohne Behinderung selbstverständlich ist, wird durch das Arbeitgebermodell und Assistenzdienstleistungen für viele Menschen mit Behinderung erst möglich: Das Leben in einer eigenen Wohnung, einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach zu gehen, sich ehrenamtlich zu engagieren und sich mit Freunden zu treffen.

Durch das Arbeitgebermodell verändert sich die Situation des Abhängig Seins, es bedeutet eine Umverteilung der Macht: von Institutionen und professionellen Helfer*innen zu den Betroffenen selbst. Auf diese Weise nehmen Menschen mit Behinderung die ausführende Rolle bei der eigenen Fürsorge ein. 

Persönliche Assistenz kann in unterschiedlichen Bereichen des persönlichen Lebens eingesetzt werden, bei der Pflege, im Haushalt, bei der Arbeit, in der Schule und in der Freizeit.

Damit Teilhabe und Teilgabe zur Selbstverständlichkeit für alle Menschen wird, ist es wichtig, die Akzeptanz für die persönliche Assistenz zu stärken und Widerstände und Barrieren abzubauen, bis ihre Umsetzung Realität ist. 

Unsere Erfahrung mit dem Arbeitgebermodell im Projekt inklusiv leben lernen

Im Projekt inklusiv leben lernen haben wir vielfältige Erfahrung mit dem sog. „Arbeitgebermodell“, weil es von mehreren Kolleg*innen mit hohen Unterstützungsbedarf genutzt wird. Erst durch Persönliche bzw. Arbeits-Assistenz wurde ihre Einstellung als Mitarbeiter*innen oder ihr ehrenamtliches Engagement im Projekt möglich. Die Kolleg*innen mit Behinderung leiten ihre Assistent*innen zu den Aufgaben an, welche sie behindertenbedingt nicht eigenständig erledigen können. So diktiert ein Kollege beispielsweise seine Mails, die dann von einem Assistenten getippt werden, oder er leitet an, wie ein Flipchart gestaltet wird; unsere Kollegin mit Sprachbehinderung moderiert bei einer Veranstaltung und wird von ihrer Arbeitsassistenz übersetzt. Bereits durch diese Beispiele wird deutlich, dass eine Assistenz auch vielfältige Kompetenzen braucht und eine gute Einarbeitung wichtig ist. 

Ohne Arbeitgebermodell könnten wir unsere Beratungs-, Bildungsarbeit und Prozessbegleitungen im Projekt nicht mit inklusiven Teams gestalten. Die persönlichen Erfahrungen von Menschen mit Unterstützungsbedarf fließt, so wie bei allen Menschen in die Arbeit ein und ist ein großer Schatz für uns alle. Die Mitarbeit schafft Augenhöhe, und ermutigt, besonders andere Menschen mit Unterstützungsbedarf. Hier bildet sich unsere Gesellschaft in ihrer Vielfalt ab.

So ist das Arbeitgebermodell eine wichtige Grundlage, damit jede und jeder sich mit seinen/ihren Kompetenzen einbringen kann und eigenständig Aufgaben übernehmen und erledigen kann. Assistenz ist letztendlich ein Abbild für Chancengleichheit und Gerechtigkeit in unserer Gesellschafft.

Markus Igels Einsatz geht uns also alle an!

Hier ein Artikel von kobinet, der sehr eindrücklich die Forderung von unserem Kollegen Markus Igel für eine bedarfsgerechte Assistenz und der damit verbundenen Demo in Saarbrücken deutlich macht. Im Anschluss des Artikels befindet sich eine umfangreiche Zusammenstellung von bisherigen Presseberichten.

kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/39451/Sechs-Minus-im-Rechnen-für-saarländische-Verwaltung.htm

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